Tipp24Blog

Chronologie eines "Game Over" mit dreijähriger Ansage

Tipp24: Aus durch Management-Fehler

Posted by tipp24blog - 04.06.2009

Nach EUR 10 Mio. Verlust bereits im 1. Quartal 2009 hat Tipp24 den Weg der dotcoms beschritten.

Die Ursache sind offenbar mangelnde unternehmerische Erfahrung und Können der Vorstände Schumann und Cornehl.

Seit 2005 steht ein Verbot von Glücksspiel im Internet im Raum, siehe dazu die Risikohinweise im Börsenprospekt vom 29.09.2005. Der Glückspielstaatsvertrag ist im Wortlaut seit spätestens 2006 bekannt. Deswegen hatten die Rechtsanwälte dem Vorstand Schumann den kleinen Hinweis in den Börsenprospekt geschrieben, daß Tipp24 sich als Ersatz für das rechtlich unsichere Lotteriegeschäft um die Akquisition von  alternativen Spielen kümmern würde. Jedoch haben Schumann und Cornehl außer Ankündigungen nichts unternommen, um nennenswerte Umsätze zu erzielen.

Erst mehr als 2 Jahre nach dem IPO, im November 2007, überredeten sie den Hamburger Unternehmer Christoph Marloh, die Tipp24 AG als Ko-Investor bei dessen Skill-Gaming-Anbieter enter.tv GmbH mit an Bord zu nehmen.

Marloh hatte mit enter.tv eine TÜV-zertifizierte Plattform für erlaubnisfreie Geschicklichkeitsspiele mit Geldeinsatz entwickelt. Dazu hatte er die Spiele-Designer des beliebten Moorhuhn-Spieles engagiert und neue Wettbewerbsspiele ohne Glücksfaktor entwickelt. Zum Start gewann er ProSieben als Vermarktungspartner. enter.tv erhielt kostenlos hohe Mediabudgets auf Sat.1, ProSieben und auf sevengames.de. 

Der Geschäftsplan von enter.tv sah den Breakeven in 2009 und eine abschließende Finanzierungsrunde vor. Schumann vereinbarte mit Marloh die Übernahme und gemeinsame Fortführung seines Geschäftes durch eine neue Tochtergesellschaft der Tipp24 für den Fall, daß die bisherigen Gesellschafter der enter.tv keine weitere Zusammenarbeit vereinbaren würden. Dieser Fall trat ein, jedoch hielt Tipp24 den mit Marloh geschlossenen Beteiligungsvertrag nicht ein, sodaß Marloh gegen die Tipp24 AG einen Millionenklage eingereicht hat.

Angesichts der hausgemachten Probleme bei Tipp24 fragt man sich, ob Schumann und Cornehl nichts besseres zu tun hatten, als sich mit denjenigen anzulegen, die ihnen den rechtlich sauberen Weg aus ihrem Staatsvertrags-Dilemma gewiesen haben.

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